Das aktuelle Seminar

2017: Die Wissenschaft und die (neuen) Medien

Deutsch-französisches Seminar zum Thema "Die Wissenschaft und die (neuen) Medien"

Séminaire franco-allemand "La science face aux (nouveaux) médias"

Facebook, Internet und Zeitung am Morgen, Radio am Mittag, Fernsehen und Youtube am Abend – oder alle Medien zusammen, rund um die Uhr: Die Medienlandschaft und die Mediennutzung haben sich in weniger als zwei Jahrzehnten dramatisch verändert. Grenzen zwischen Journalismus und PR verschwimmen, und immer häufiger entscheiden Roboter und Algorithmen statt Journalisten darüber, welche (personalisierten) Informationen jeder einzelne erhält. Was aber weiß die Wissenschaft über die Folgen dieser Entwicklungen? Und was bedeuten sie umgekehrt für die Kommunikation der Wissenschaft in die Öffentlichkeit? Wo sieht man in Europa Regulierungsbedarf für die unzähligen Kanäle? Und welche Ideen gibt es in Deutschland und Frankreich, um auch künftig einen unabhängigen Journalismus zu finanzieren?

Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des zehnten deutsch-französischen Seminars, zu dem sich die Teilnehmer aus den Universitäten Dortmund, Strasbourg und Dijon im Februar 2017 in Straßburg einfanden. Während der einwöchigen Konferenz gaben deutsche und französische Experten Einblick in ihre Forschungsarbeit und stellten sich der Diskussion mit den Studierenden. So erklärte Kommunikationsforscher Christoph Neuberger (Ludwig-Maximilians-Universität München), wie soziale Medien die (Wissenschafts-) Kommunikation beeinflusst. Mike S. Schäfer von der Universität Zürich gab einen Einblick in die historische Entwicklung der Wissenschaftskommunikation und die Direktorin der Journalistenschule CUEJ an der Universität Straßburg, Nicole Gautier, stellte neue Erlösmodelle für Medienmarken im digitalen Zeitalter vor. Außerdem sprachen die Seminarteilnehmer mit Charlotte Altenhöner-Dion von der MSINET Media & Internet Division des Europarats über Meinungsfreiheit im Internet. Informatikprofessor und Data-Mining Experte Andreas Hotho zeigte in seinem Vortrag, dass Algorithmen bereits in der Lage sind, automatisiert Texte zu generieren – von Kurznachrichten bis hin zu täuschend echten wissenschaftlichen Fachartikeln.

Während des Seminars trainierten die Studierenden verschiedene journalistische Stilformen und lernten gleichzeitig die aktuelle Berichterstattung über eine Fachkonferenz kennen. Unter Realbedingungen verfassten die Teilnehmer im Anschluss an die Expertenvorträge eigene Artikel, die in den morgendlichen „Redaktionssitzungen“ kritsch besprochen wurden.

Den Teilnehmern des Seminars blieb auch Zeit, gemeinsam die Stadt zu erkunden und das kulturelle Angebot Straßburgs wahrzunehmen. Erneut stand die deutsch-französische Kooperation im Zeichen des persönlichen und fachlichen Austausches.

Der Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus dankt der wilo-Foundation sehr herzlich für die finanzielle Unterstützung des deutsch-französischen Seminars.

Programm

Zum zehnjährigen Jubiläum fand das deutsch-französische Seminar in Straßburg statt – gemeinschaftlich veranstaltet vom Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund, dem Masterstudiengang Communication Scientifique et Technique der Université de Strasbourg sowie dem Studiengang InfoCom/Euromédias der Université de Bourgogne aus Dijon. Vom 5. bis zum 10. Februar 2017 nahmen die Studierenden an den Konferenzen teil, suchten in Gruppenarbeit nach Unterschieden zwischen Wissenschaft, PR und Journalismus, und gingen bei einem Besuch im europäischen Parlament der Frage nach, welche Bedeutung sozialen Medien und dem Kampf gegen sogenannte „Fake News“ in der EU zukommt. Zudem diskutierten die Teilnehmer in einer Gesprächsrunde mit  der Wissenschaftsjournalistin Franziska Badenschier und mit Céline Delalex, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit am Forschungsinstitut CNRS Alsace, über Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Wissenschaftsjournalismus und Wissenschafts-PR in den beiden Ländern.

Das Programm zum Seminar (PDF)

Glossar

Im Vorfeld des Seminars verfassten die Studierenden eine Vokabelliste mit den wichtigsten Begriffen aus den Bereichen Wissenschaft und Medien. Das Glossar diente zur Vorbereitung auf die teils auf Deutsch, teils auf Französisch gehaltenen Vorträge.

Das Glossar zum Seminar (PDF)

Schreibwerkstatt

Die journalistische Berichterstattung von einer wissenschaftlichen Konferenz stand im Fokus des Seminars. Nach einer Einführung in die journalistischen Formen Bericht, Kommentar, Interview und Reportage - bei der auch Unterschiede in Frankreich und Deutschland zur Sprache kamen - verfassten die Studierenden abends Artikel zu den Themen des Tages. Die Mühe hat sich gelohnt: Die besten deutschen und französischen Texte wurden von der Jury ausgezeichnet. In Kürze folgen hier die prämierten Artikel zum Nachlesen.