MEDIATE

Wissenschaftsjournalistisches Projekt zu diagnostischen Tests in den Medien

Im Oktober 2019 ist am Institut für Journalistik (IJ) ein Forschungsprojekt zur „Analyse und Förderung des medialen Diskurses zu diagnostischen Tests (MEDIATE)“ gestartet. Das Projekt hat zum Ziel, den öffentlichen Diskurs über diagnostische Tests durch eine evidenzbasierte, ethisch reflektierte Wissenschaftskommunikation zu fördern und zu verbessern und so wichtige Impulse für die gesellschaftliche Aufklärung und Diskussion zu geben. Im Fokus sollen insbesondere nicht-invasive molekulargenetische Bluttests im Bereich Pränataldiagnostik stehen. Darüber hinaus sollen auch weitere Diagnoseverfahren, etwa zur Bestimmung von Erkrankungen bzw. persönlichen Krankheitsrisiken, darunter vor allem medizinische Selbsttests, einbezogen werden.

Kern des MEDIATE-Projekts ist eine Reihe von Workshops mit Wissenschaftsjournalismus-Studierenden vom IJ und Ärzten des Uniklinikums Freiburg. In einem gemeinsamen Quality Assessment sollen die angehenden Wissenschaftsjournalisten und Ärzte mit Unterstützung von erfahrenen Wissenschaftsjournalisten und Ärzten die Qualität wissenschaftsjournalistischer und institutioneller Medizinkommunikation über diagnostische Testverfahren an konkreten Fallbeispielen in einem mehrstufigen, diskursiven Prozess evaluieren. Die Teilnehmer, die an unterschiedlichen Schnittstellen der Wissenschaftskommunikation – in Forschung und Klinik bzw. Arztpraxis, in der Öffentlichkeitsarbeit sowie im Journalismus – an der Kommunikation über diagnostische Testverfahren mitwirken, werden so zu einem nachhaltigen Austausch über die gesellschaftlichen Folgen der Entwicklungen in der Medizin angeregt. Darüber hinaus sollen Qualitätskriterien für einen evidenzbasierten und publikumsorientierten Wissenschaftsjournalismus weiterentwickelt werden.

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt kooperiert das IJ unter der Leitung von Prof. Holger Wormer mit dem Team vom „Medien-Doktor Medizin“ sowie mit Cochrane Deutschland, einem internationalen Netzwerk von Wissenschaftlern und Ärzten, das die wissenschaftlichen Grundlagen für Entscheidungen im Gesundheitssystem verbessern will. Das Dortmunder Teilprojekt wird von Dr. Julia Serong geleitet.

Hintergrundinformationen

Titel des Projekts: Ethik und Evidenz: Analyse und Förderung des medialen Diskurses zu diagnostischen Tests (MEDIATE)

Laufzeit: Oktober 2017 - September 2019

Verbundprojekt, gefördert vom BMBF (Förderung von Diskursprojekten zu ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen in den modernen Lebenswissenschaften)

Leitung des Teilprojekts Dortmund: Dr. Julia Serong

Verbundpartner: Cochrane Deutschland, Universitätsklinikum Freiburg

Verbundkoordination: Univ.-Prof. Dipl. Chem. Holger Wormer, Institut für Journalistik, TU Dortmund