Gut informierte Kommunikation zwischen Arzt und Patient (GAP)

Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass eine von Patient und Arzt gemeinsam verantwortete, verhandelte und individuell angemessene medizinische Behandlung - sogenannte Partizipative Entscheidungsfindung - den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst. Damit dies ermöglicht wird, müssen insbesondere die Patienten in die Lage versetzt werden, eine solche Entscheidung gut informiert zu treffen. Bürger und Patienten informieren sich immer häufiger selbst über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten, etwa im Internet. Jedoch ist die eigene Recherche bei Ärzten umstritten, da Selbstinformation die Patienten verwirren kann und unseriöse Gesundheitsinformationen nicht leicht zu erkennen sind.

Mit dem Vorhaben „Gut informierte Kommunikation zwischen Arzt und Patient“, kurz GAP, soll eine neue Versorgungsform erprobt werden. Diese knüpft an bereits bewährte europäische Informationssysteme an. Den Patienten und Allgemeinmedizinern werden, beispielhaft zum Thema Rückenschmerz, verlässliche Informationen zur Verfügung gestellt. Die Informationen werden in verständlicher Sprache online aufbereitet und in ein für das Arzt-Patienten-Gespräch anwendbares Format gebracht. Zusätzlich erhält der Arzt ein Kommunikationstraining zur Nutzung des Informationssystems.

In die neue Versorgungsform werden 200 Ärzte und 1.000 Patienten aus Bayern mit der Indikation Rückenschmerz einbezogen. Verglichen wird mit einer Gruppe von 100 Ärzten und 500 Patienten, die diese Versorgungsform nicht erhalten. Es wird erhoben, wie sich die Informiertheit von Arzt und Patient, die Bewertung der Arzt-Patient-Kommunikation und die wahrgenommene Patientenbeteiligung unterscheiden. In dieser wissenschaftlichen Studie wird zudem untersucht, wie sich die durch Rückenschmerz verursachten Arbeitsunfähigkeitstage und die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems unterscheiden. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,3 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Informationssystem auch bundesweit und für andere Erkrankungen ausgeweitet werden. Langfristig kann es Eingang in die Versorgung finden und sowohl für Ärzte als auch Patienten die medizinische Behandlung nachhaltig verbessern.