Verbindung von Lehre, Forschung und Praxis

Ähnlich wie das Studium verknüpft auch die Forschung am Lehrstuhl immer wieder Theorie und journalistische Praxis. Hierzu zählen Fragen zur Qualität und Ethik in Wissenschaft und Medien, aber auch das Zusammenspiel von Wissenschaftsjournalismus und Wissenschafts-PR. Derzeit arbeitet der Lehrstuhl gemeinsam mit Cochrane Deutschland im Projekt MEDIATE daran, den öffentlichen Diskurs über diagnostische Tests in der Medizin zu verbessern. Ein weiteres Beispiel für die enge Verzahnung von Theorie und Praxis ist das bereits mehrfach ausgezeichnete Projekt www.medien-doktor.de, in dem journalistische Beiträge und Pressemitteilungen zu Medizin- und Umweltthemen untersucht werden. Daran schloss sich das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt INKA an, in dem die Informationsqualität von der wissenschaftlichen Studie über die dazu veröffentlichte Pressemitteilung bis hin zu journalistischen Berichten über die Ergebnisse untersucht wurde,

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe der deutschen Wissenschaftsakademien befasste sich mit der Kommunikation von Wissenschaft und Journalismus im digitalen Zeitalter. Ein Fazit dort: Auf Profis aus dem Wissenschaftsjournalismus wird man auf absehbare Zeit nicht verzichten können. In dem Projektsind zwei Stellungnahmen zur Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien der deutschen Wissenschaftsakademien entstanden.

Innovative und internationale Projekte

Eines der zentralen Ziele des Lehrstuhls ist die Verbindung von Forschung, Lehre und journalistischer Praxis. Im Fach Wissenschaftsjournalismus bedeutet das fast immer, auch eine Brücke zwischen naturwissenschaftlich-technischen Inhalten und Fähigkeiten in Recherche und Vermittlung zu schlagen. In modellhafter Weise verbinden dies Lehrforschungsprojekte, Gastvortragsreihen und redaktionelle Kooperationen mit Top-Medien. Wichtige Erkenntnis dabei: Projektbezogenes Lernen ist oft nicht nur effektiver, sondern macht auch mehr Spaß!

So erkundeten Studierende des Instituts für Journalistik im Mai 2017 auf der Jahreskonferenz des netzwerks recherche den Umgang von Journalisten mit mit Fake News. Fest im Wissenschaftsjournalismus-Studium verankert sind Lehrforschungsprojekte, für die der Lehrstuhl regelmäßig mit Medien (z.B. Ruhr-Nachrichten "Wissenschaft Lokal") und Forschungsorganisationen (z.B. "Forschungsreiseführer Europa") kooperiert. Seit mehr als zehn Jahren finden zudem gemeinsam mit Partner-Universitäten in Straßburg und Dijon organisiert deutsch-französische Seminare statt, in denen Studierende unter den Bedingungen einer Konferenz mit internationalen Forschern journalistische Beiträge erstellen und tiefer in ein wissenschaftliches Thema einsteigen.

In der Vortragsreihe "Die Wissensmacher" berichten Journalisten aus Top-Medien, Experten der Öffentlichkeitsarbeit von DFG bis MPG und Ausstellungsdesigner von ihrer täglichen, aber nicht alltäglichen Arbeit. Zuhörer anderer Fachbereiche tragen zum interdisziplinären Charakter der Gastvortragsreihe bei, die seit Bestehen des Studiengangs jedes Wintersemester stattfindet - seit 2011/2012 auch in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum.

Fachkonferenzen für besseren Journalismus

Der Lehrstuhl beteiligt sich aktiv an Konferenzen zur Zukunft des Wissenschaftsjournalismus. Seit vielen Jahren ist das Programmbüro des Fachforums Wissenswerte an der TU Dortmund angesiedelt. Gemeinsam mit der Wissenschafts-Pressekonferenz entsteht hier das Programm für die dreitägige Konferenz, an der jedes Jahr etwa 500 Journalisten, Wissenschaftskommunikatoren und Forscher teilnehmen.

Seit 2017 ist die TU Dortmund gemeinsam mit dem Science Media Center Germany und der Wissenschafts-Pressekonferenz Veranstalter der dreiteiligen Konferenzreihe SciCAR - Where Science meets Computer-Assisted Reporting. Ziel des Formats ist es, Kooperationen zwischen Wissenschaftlern, Wissenschafts- und Datenjournalisten auszuloten. Die Teilnehmer gehen der Frage nach, wie durch den Einsatz von Methoden der Wissenschaft und neuen Zugängen zu verlässlichen Daten journalistisch relevante Beiträge entstehen können.

Der Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus hat internationale Konferenzen organisiert, um mit Experten und Fachjournalisten aus aller Welt über Entwicklungen im Wissenschaftsjournalismus zu diskutieren. Im Herbst 2006 organisierte der Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus im Rahmen der Reihe "Atlantic Transfer" eine Tagung in New York. Im Februar 2008 trafen sich Experten aus Universität und Praxis in Dortmund, um Ideen für ein europäisches Fachblatt zum Wissenschaftsjournalismus zu diskutieren.


Abgeschlossene Projekte

In unserem Archiv werden auch die abgeschlossenen Projekte vorgestellt:

  • Wissenschaft Lokal
  • Quarks & Co
  • Planet Wissen
  • Computer Assisted Reporting CAR (2007)
  • Biochemie mal ganz journalistisch (2006)
  • do-camp-ing