Projekte: Verbindung von Lehre, Forschung und Praxis

Eines der zentralen Ziele des Lehrstuhls ist die Verbindung von Forschung, Lehre und journalistischer Praxis. Im Fach Wissenschaftsjournalismus bedeutet das fast immer, auch eine Brücke zwischen naturwissenschaftlich-technischen Inhalten und Fähigkeiten in Recherche und Vermittlung zu schlagen.

Exemplarisch sind dazu im Folgenden einige Projekte aufgeführt, die diese Facetten in modellhafter Weise verbinden. Dazu gehören Lehrforschungsprojekte ebenso wie Gastvortragsreihen oder gar redaktionelle Kooperationen mit Top-Medien. Wichtige Erkenntnis dabei: Projektbezogenes Lernen ist oft nicht nur effektiver, sondern macht auch mehr Spaß!


Der Medien-Doktor

Der Medien-Doktor ist ein Monitoring-Projekt von Journalisten für Journalisten, angesiedelt am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund. Mit Hilfe eines Gutachterpools aus Journalisten beurteilt der Medien-Doktor mehrmals pro Woche medizinjournalistische Beiträge in Print-, Hörfunk-, Fernseh- und Online-Medien - und zwar immer nach einem bestimmten Kriterienkatalog, den schon internationale Vorläuferprojekte wie das US-amerikanische HealthNewsReview.org anwenden.

Gemeinsam ist diesen medizinjournalistischen Kriterien die starke Orientierung an dem, was Leser, Zuhörer und Zuschauer an Informationen benötigen, um sich ein vollständiges Bild über eine medizinische Therapie, eine Behandlungsart, ein medizinisches Produkt oder einen diagnostischen Test zu machen. Diese international erprobten medizinjournalistischen Kriterien ergänzt der deutsche Medien-Doktor durch allgemeinjournalistische Kriterien. Die Ergebnisse der journalistischen Gutachten werden auf der Website www.medien-doktor.de präsentiert.

Mit dem Medien-Doktor UMWELT wird das Projekt nun auch auf die Umweltberichterstattung ausgedehnt.

Parallel dazu veranstaltet der Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus regelmäßig eine Lehrveranstaltung, in der darüber diskutiert, was Qualität in der Medizinberichterstattung ausmacht und wie der Medien-Doktor verbessert werden kann.


BMBF-Projekt INKA

Wie gut werden Patienten, Angehörige und medizinische Fachleute mit neuen Nachrichten aus der Medizin versorgt? Und wer trägt die Schuld, wenn falsche oder übertriebene Meldungen bei Patienten unbegründete Hoffnungen wecken? Diesen Fragen geht dasMedien-Doktor-Team in Kooperation mit dem Deutschen Cochrane Zentrum am Universitätsklinikum Freiburg und mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) nach.

Das INKA-Projekt untersucht die Qualität medizinischer Informationen entlang der gesamten Informations-Kette von der Studienveröffentlichung in einer medizinischen Fachzeitschrift über die wissenschaftliche Pressemitteilung bis hin zum Beitrag in den Massenmedien. Zusammen mit den Freiburger Kooperationspartnern wird dabei auch untersucht, welche Informationen bei Ärzten, Betroffenen und Laien ankommen.


Vortragsreihe "Die Wissensmacher"

Die Macher des Fachs zu Gast in Dortmund: Wissenschaftsjournalisten aus Top-Medien, Experten der Öffentlichkeitsarbeit von DFG bis MPG und Ausstellungsdesigner berichten von ihrer täglichen, aber nicht alltäglichen Arbeit. Die Studierenden lernen die Vielfalt der wissenschaftsjournalistischen Arbeitsfelder direkt aus der Praxis kennen und knüpfen Kontakte zu Medien.

Zuhörer anderer Fachbereiche tragen zum interdisziplinären Charakter der Gastvortragsreihe bei, die seit Bestehen des Studiengangs jedes Wintersemester stattfindet - seit 2011/2012 auch in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum. Ausgewählte Beiträge der ersten Jahre sind im Buch "Die Wissensmacher" nachzulesen, das Ende 2006 erschienenen i


Deutsch-Französische Seminare

Die deutsch-französische Freundschaft prägt die Projektarbeit im Studiengang Wissenschaftsjournalismus. Der Dortmunder Lehrstuhl kooperiert mit der Université de Strasbourg (ehemals Université Louis Pasteur), wo Naturwissenschaftler den Master-Studiengang Communication scientifique et technique absolvieren können. Seit 2013 nimmt auch die Université de Bourgogne in Dijon am Projekt teil.

Gemeinsam organisieren die Studiengangsleiter jährlich ein deutsch-französisches Blockseminar. Das Pilotprojekt "Gentests und Ethik" fand 2006 in Berlin statt. Es folgten: 2007 "Fokus Hirn", 2008 "Klimawandel", 2009 "Wissenschaft und Krieg", 2011 "Wissenschaft und Sport", 2012 "Ernährung" und 2014 "Musik".


Internationale Konferenzen

Der Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus organisiert internationale Konferenzen, um mit Experten und Fachjournalisten aus aller Welt über Entwicklungen im Wissenschaftsjournalismus zu diskutieren. Die Konferenzen finden im Ausland statt oder am Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus, das an das Dortmunder Institut für Journalistik angegliedert ist.

Im Herbst 2006 organisierte der Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus im Rahmen der Reihe "Atlantic Transfer" eine Tagung in New York. Im Februar 2008 trafen sich Experten aus Universität und Praxis in Dortmund, um Ideen für ein europäisches Fachblatt zum Wissenschaftsjournalismus zu diskutieren. 


Abgeschlossene Projekte

In unserem Archiv werden auch die abgeschlossenen Projekte vorgestellt:

  • Wissenschaft Lokal
  • Quarks & Co
  • Planet Wissen
  • Computer Assisted Reporting CAR (2007)
  • Biochemie mal ganz journalistisch (2006)
  • do-camp-ing