Foto: Ranga Yogeshwar zu Gast bei der Ringvorlesung "Die Wissensmacher". Bildrechte: Pressestelle der Ruhr-Universität Bochum

Herzlich willkommen am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus!

Krebsforschung, Klimawandel, Klonen – und dann noch ein Datenklau! Die Schlagworte zeigen: Wissenschaft, Medizin und Technik werden immer wichtiger für Politik und Gesellschaft, aber auch für den Alltag jedes Einzelnen. Wer gut informiert werden will, ist selbst im Google-Zeitalter auf kompetente und kritische Journalistinnen und Journalisten angewiesen: Profis, die nicht nur verständlich und unterhaltsam über Daten und Studien aus Forschungslabors und Kliniken berichten, sondern Nachrichten aus der Wissenschaft auch einordnen können. Denn nicht jede Medizinmeldung ist tatsächlich ein Durchbruch für Patienten, nicht jede Technik bringt nur Fortschritte und nicht jede Hitzewelle hat gleich mit dem Klimawandel zu tun.

Ohne Profis geht's nicht

Am Dortmunder Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus blickt man bereits auf eine mehr als zwölfjährige Erfahrung in der Ausbildung von Wissenschaftsjournalisten zurück. Viele der bisherigen Absolventen arbeiten inzwischen in bekannten Medienhäusern (vom WDR über SpiegelOnline bis zur ZEIT), aber auch in der Wissenschaftskommunikation von Forschungsreinrichtungen.

Theorie und Praxis: Konsequent verknüpft

Seit 2003 gibt es in Dortmund den achtsemestrigen Bachelor-Studiengang, seit 2007 einen zweisemestrigen Master-Studiengang Wissenschaftsjournalismus. Die Studiengänge bestehen jeweils aus zwei Komponenten, die gleichzeitig studiert werden. Auf der einen Seite steht neben wissenschaftsjournalistischen Veranstaltungen die Journalistik: Medienrecht, Ethik, Kommunikationswissenschaft, Ökonomie, Recherche, Interviewtraining und Stilkunde sowie die Lehrredaktionen und ein Auslandspraktikum. Auf der anderen Seite wählen Studierende zu Beginn des Studiums aus drei Zweitfächern:

Die Inhalte des Zweitfachs werden mit dem Journalismus zu einem echten interdisziplinären Studium verknüpft, das mit einer weiteren Besonderheit endet: Als wohl einziger Studiengang dieser Art schließt der Dortmunder Bachelor Wissenschaftsjournalismus nach sechs Semestern mit einem integrierten einjährigen Volontariat bei einem renommierten Partnermedium ab.

Forschung als weiterer Fokus

Ähnlich wie das Studium verknüpft auch die Forschung am Lehrstuhl immer wieder Theorie und journalistische Praxis. Hierzu zählen Fragen zur Qualität und Ethik in Wissenschaft und Medien, aber auch das Zusammenspiel von Wissenschaftsjournalismus und Wissenschafts-PR. Ein Beispiel hierfür ist das bereits mehrfach ausgezeichnete Projekt www.medien-doktor.de, in dem journalistische Beiträge und Pressemitteilungen zu Medizin- und Umweltthemen untersucht werden.  

Bei einem anderen Projekt in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der deutschen Wissenschaftsakademien geht es um die Kommunikation von Wissenschaft und Journalismus im digitalen Zeitalter. Ein Fazit dort: Auf Profis aus dem Wissenschaftsjournalismus wird man auf absehbare Zeit nicht verzichten können. In dem Projekt ist bereits ein Papier zur Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien der deutschen Wissenschaftsakademien entstanden.

Download: Veröffentlichung der Arbeitsgruppe der Wissenschaftsakademien